Faustregel, keine Planung – die Stringplanung macht der Installateur.
Länge 105 / 125 / 150 mm richtet sich nach der Ziegel-Überlappung, nicht nach der Anlagengröße. Im Zweifel die längere Ausführung.
Faustregel-Tabelle
Annahmen: Module 430–460 Wp (Rechenwert 450 Wp), String-Wechselrichter 1000–1100 V, 1 String je MPP-Tracker, jeder String einzeln bis zum Wechselrichter, eine Durchtrittsstelle je Dachfläche, Erdungsleitung optional als ein zusätzlicher Leiter.
Anlagengröße
typ. Module (450 Wp)
typ. Strings
PV-Kabel durchs Dach
Empfehlung 1 Dachfläche
Empfehlung 2 Dachflächen (z. B. Ost/West)
Balkonkraftwerk bis 2 kWp (800 W)
2–4
Mikro-Wechselrichter, 2–4 Eingänge
Mikro-WR auf dem Dach: 1 AC-Zuleitung · Mikro-WR im Haus: 2 Leitungen je Modul (4–8)
Mikro-WR auf dem Dach: 1× Zuleitung · im Haus, 2 Module: 1× 4 Kabel · 4 Module: 2× 4 Kabel
Mikro-WR auf dem Dach: 1× Zuleitung (bei 2 getrennten Mikro-WR 2×) · im Haus: je Dachfläche 1 Stück nach Modulzahl der Fläche (1 Modul: 2 Kabel, 2 Module: 4 Kabel)
3–5 kWp
7–11
1 String
2 (+ Erdung)
1× 2 Kabel (mit Erdung: 2 Kabel + Erdungskabel)
2× 2 Kabel (je Fläche eins, ggf. + Erdungskabel) oder 1× 4 Kabel (+ Erdung), wenn beide Strings an einer Stelle durchs Dach gehen
6–8 kWp
13–18
1–2 Strings
2–4 (+ Erdung)
1× 4 Kabel (+ Erdung) – häufig auf 2 MPP-Tracker geteilt · nur wenn sicher 1 String: 1× 2 Kabel (+ Erdung)
2× 2 Kabel (je Fläche eins, ggf. + Erdungskabel) oder 1× 4 Kabel (+ Erdung) bei gemeinsamem Durchtritt
10 kWp
22–23
2 Strings (2 MPP-Tracker)
4 (+ Erdung)
1× 4 Kabel + Erdung
2× 2 Kabel (je Fläche eins, ggf. + Erdungskabel) oder 1× 4 Kabel (+ Erdung) bei gemeinsamem Durchtritt · mehr als 18 Module auf einer Fläche: dort 4 Kabel
15 kWp
33–34
2–3 Strings
4–6 (+ Erdung)
2 Strings: 1× 4 Kabel (+ Erdung) · 3 Strings: 2× 4 Kabel (eins + Erdung)
2× 4 Kabel (je Fläche eins, ggf. + Erdungskabel)
20 kWp
44–45
3–4 Strings (z. B. 3 MPP-Tracker)
6–8 (+ Erdung)
2× 4 Kabel (eins + Erdung)
2× 4 Kabel (je Fläche eins, ggf. + Erdungskabel)
30 kWp (Gewerbe/Landwirtschaft)
66–67
4–6 Strings, oft 2 Wechselrichter
8–12 (+ Erdung)
2× 4 Kabel (eins + Erdung) · bei 5–6 Strings 3× 4 Kabel
2× 4 Kabel (je Fläche eins, ggf. + Erdungskabel) · bei 5–6 Strings 3× 4 Kabel
Wann weniger Stück reichen
Wenn Strings auf dem Dach parallel zusammengelegt werden (dann 2 statt 4 Leitungen) oder mehrere Strings denselben Durchtritt nutzen.
Wann mehr nötig sind
Bei zusätzlichen Dachflächen oder Gauben, Leitungen zu Optimierern oder Monitoring, Blitzschutz mit eigenem Ableitweg oder einer geplanten Erweiterung – dann lieber 4 Kabel statt 2 Kabel.
Was die Faustregel nicht weiß
- Dachflächen zählen mehr als kWp. Jede Ausrichtung bekommt normalerweise einen eigenen String; Verschattung (Gaube, Schornstein) kann einen String zusätzlich teilen.
- Der Wechselrichter entscheidet mit: Anzahl der MPP-Tracker, 1 oder 2 Strings je Tracker, maximaler Eingangsstrom, 1000 oder 1100 V. Ein Speicher ändert auf dem Dach nichts – die Batterie hängt am Wechselrichter im Haus.
- Parallel auf dem Dach oder jeder String einzeln – das entscheidet Ihr Installateur. Der Rechner rechnet jeden String einzeln mit eigenen Leitungen (obere Grenze); ab etwa 50 Modulen nennt er zusätzlich den Fall mit 5–6 Strings.
- Erdung: Ob eine Potentialausgleichsleitung durchs Dach geht und ob einmal pro Anlage oder je Modulfeld, hängt von Gestell, Blitzschutz und Verlegeweg ab.
- Mikro-Wechselrichter auf dem Dach: Dann geht eine AC-Zuleitung durchs Dach, keine DC-Strings.
- Kabelmaße: PV-Kabel bis 7,5 mm Außendurchmesser, Erdungskabel bis 9 mm Außendurchmesser. Eine 16-mm²-Erdungsleitung passt nur einfach ummantelt – messen Sie im Zweifel den Außendurchmesser; über 9 mm bitte kurz Rücksprache.
- Abriebschutz: Die Dachdurchführung aus TPU schützt die Kabelisolierung an der Ziegelkante vor Abrieb. Den Schutz vor Regen übernimmt wie gewohnt die Ziegeldeckung.
Faustregel – die Stringplanung macht Ihr Installateur. Im Zweifel die 4er-Ausführung: zwei freie Eingänge schaden nicht, ein fehlender schon.
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