NEXCAPE PV-Dachdurchführung aus TPU mit Solarkabeln und MC4-Stecker – Abriebschutz an der Ziegelkante

Wie viele PV-Module passen in einen String? So rechnest du es nach

Wie viele PV-Module passen in einen String? Rechenweg mit echten Datenblattwerten: Leerlaufspannung bei Kälte, MPP-Bereich und Strom je Tracker.

Kurz gesagt: Die Zahl der Module pro String hängt an Grenzen deines Wechselrichters: der maximalen Eingangsspannung (gerechnet bei Kälte), dem MPP-Spannungsbereich und dem Strom je MPP-Tracker. Alle Werte stehen in zwei Datenblättern – Modul und Wechselrichter. Unten rechnen wir das mit zwei aktuellen Modulen Schritt für Schritt durch.

Wichtig: Dieser Artikel erklärt den Rechenweg, er ersetzt keine Planung. Auslegung und Anschluss deiner Anlage gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Maßgeblich sind die aktuellen Datenblätter und Vorgaben deines Modul- und Wechselrichterherstellers.

Was ist ein String – und warum ist die Modulzahl begrenzt?

Ein String ist eine Reihe von Modulen in Reihenschaltung: Plus des einen Moduls an Minus des nächsten. Die Spannungen addieren sich, der Strom bleibt gleich. Zehn Module mit je rund 40 Volt ergeben rund 400 Volt am Wechselrichter.

Daraus folgen zwei Grenzen: Zu viele Module, und die Spannung überschreitet, was der Wechselrichter-Eingang verträgt – das ist eine Sicherheitsgrenze. Zu wenige oder zu viele für den MPP-Bereich, und der Wechselrichter arbeitet nicht im optimalen Arbeitspunkt – das ist eine Ertragsfrage.

Die Datenblattwerte, die du brauchst

Wir rechnen mit zwei Modulen im gleichen Format (1762 × 1134 mm). Alle Werte stammen aus den Herstellerdatenblättern (abgerufen am 05.10.2026):

Wert AIKO Neostar 3P54, AIKO-A500-MCE54Mw Trina Vertex S+ Gen3, TSM-485NEG9RP.28Z
Leistung (STC) 500 W 485 W
Leerlaufspannung Voc 41,30 V 37,90 V
MPP-Spannung Vmp 34,90 V 32,30 V
Kurzschlussstrom Isc 14,96 A 16,08 A
MPP-Strom Imp 14,33 A 15,04 A
Temperaturkoeffizient Voc −0,22 %/°C −0,24 %/°C
Temperaturkoeffizient Pmax −0,26 %/°C −0,26 %/°C
Temperaturkoeffizient Isc +0,05 %/°C +0,04 %/°C
Datenblatt-Stand 202604_V1.1_EN TSM_EN_2026_A

Als Wechselrichter dient der SMA Sunny Tripower X 12 (STP 12-50), Datenblatt STPxx-50-DS-de-21: maximale Eingangsspannung 1000 V, MPP-Spannungsbereich 210 bis 800 V, maximal nutzbarer Eingangsstrom 24 A und maximaler Kurzschlussstrom 37,5 A je MPP-Tracker, 3 Tracker, maximale PV-Generatorleistung 18.000 Wp.

Die Module sind laut Datenblatt für 1500 V Systemspannung ausgelegt. Begrenzend ist hier der Wechselrichter mit 1000 V – es zählt immer der kleinste Grenzwert aller Komponenten.

Schritt 1: Leerlaufspannung bei Kälte – die Sicherheitsgrenze

Solarmodule liefern bei Kälte mehr Spannung. Kritisch ist ein klarer, kalter Morgen: Licht trifft auf eiskalte Module, der Wechselrichter speist noch nicht ein – am Eingang liegt die Leerlaufspannung an. Module können dabei sogar kälter sein als die Luft, weil sie nachts Wärme abstrahlen.

Gerechnet wird mit der tiefsten am Standort zu erwartenden Temperatur (DIN VDE 0100-712). Für viele Regionen in Deutschland wird −20 °C als Faustwert genannt; in kalten Lagen kann es weniger sein. Wir rechnen mit −20 °C.

Formel: Voc(kalt) = Voc × (1 + TK_Voc × (T_min − 25 °C))

AIKO-A500-MCE54Mw:
1 + (−0,0022 × (−20 − 25)) = 1,099
41,30 V × 1,099 = 45,39 V je Modul
1000 V ÷ 45,39 V = 22,03 → rechnerisch 22 Module (998,6 V)

Das sind nur 1,4 V unter der Grenze. Schon unterhalb von etwa −20,7 °C läge der String über 1000 V. Mit 21 Modulen (953,1 V bei −20 °C, 962,7 V bei −25 °C) bleibt Reserve.

TSM-485NEG9RP.28Z:
1 + (−0,0024 × (−45)) = 1,108
37,90 V × 1,108 = 41,99 V je Modul
1000 V ÷ 41,99 V = 23,8 → 23 Module (965,8 V)

Immer abrunden: 24 Trina-Module ergäben bei −20 °C schon 1007,8 V. Und: Plane nicht auf Kante. Wie viel Reserve nötig ist, legt deine Fachkraft anhand von Standort und Herstellervorgaben fest.

Schritt 2: MPP-Spannung bei Hitze – die untere Ertragsgrenze

Heiße Module liefern weniger Spannung. Fällt die Stringspannung unter den MPP-Bereich (hier 210 V), arbeitet der Wechselrichter nicht mehr im optimalen Punkt.

Die Datenblätter nennen keinen Temperaturkoeffizienten für die MPP-Spannung. Wir rechnen deshalb mit einer Näherung und nehmen die vorsichtigere von zwei Varianten: TK Pmax minus TK Isc, also rund −0,31 %/°C (AIKO) bzw. −0,30 %/°C (Trina), bei 70 °C Zelltemperatur:

  • AIKO: 34,90 V × (1 − 0,0031 × 45) = 30,03 V → 210 V ÷ 30,03 V = 6,99 → mindestens 7 Module
  • Trina: 32,30 V × (1 − 0,0030 × 45) = 27,94 V → 210 V ÷ 27,94 V = 7,52 → mindestens 8 Module

Hier wird aufgerundet. Das bleibt eine Näherung – die Planungssoftware der Wechselrichterhersteller rechnet mit genaueren Moduldaten.

Schritt 3: MPP-Spannung bei Kälte – die obere Ertragsgrenze

Auch oben hat der MPP-Bereich eine Grenze (hier 800 V). Mit derselben Näherung bei −20 °C:

  • AIKO: 34,90 V × (1 + 0,0031 × 45) = 39,77 V → bis 20 Module unter 800 V
  • Trina: 32,30 V × (1 + 0,0030 × 45) = 36,66 V → bis 21 Module unter 800 V

Über 800 V MPP-Spannung ist nicht dasselbe wie über 1000 V Eingangsspannung – wie sich der Wechselrichter dann verhält, steht beim Hersteller. Für die Planung heißt das: Die MPP-Grenze ist hier enger als die Sicherheitsgrenze aus Schritt 1.

Schritt 4: Strom je MPP-Tracker

Im String bleibt der Strom gleich – ein String liefert den Strom eines Moduls. Zwei Werte im Wechselrichter-Datenblatt zählen:

  • Max. Kurzschlussstrom je Tracker (hier 37,5 A): sicherheitsrelevante Grenze.
  • Max. nutzbarer Eingangsstrom (hier 24 A): Mehr verarbeitet der Tracker nicht, darüber begrenzt er – das kostet Ertrag, ist laut SMA aber zulässig.

Ein String je Tracker: AIKO 14,33 A / 14,96 A, Trina 15,04 A / 16,08 A – mit großem Abstand zu beiden Grenzen.

Zwei Strings parallel an einem Tracker: Rein nach Datenblatt (STC) ergeben sich 29,92 A (AIKO) bzw. 32,16 A (Trina) Kurzschlussstrom. Der echte Strom kann bei starker Einstrahlung und Wärme höher liegen; Planer rechnen deshalb mit Zuschlägen – mit einem verbreiteten Faktor 1,25 läge Trina bereits über 37,5 A. Zwei Strings an einem Tracker gehören deshalb ausdrücklich in die Fachplanung.

Aktuelle Module liefern deutlich mehr Strom als ältere. Gerade bei kleineren Heim-Wechselrichtern ist der Strom je Tracker oft die engere Grenze.

Ergebnis für dieses Beispiel

AIKO-A500-MCE54Mw TSM-485NEG9RP.28Z
Sicherheitsgrenze: Voc bei −20 °C ≤ 1000 V max. 22 rechnerisch, 21 mit Reserve max. 23
MPP-Untergrenze 210 V (70 °C, Näherung) mind. 7 mind. 8
MPP-Obergrenze 800 V (−20 °C, Näherung) bis 20 bis 21
Spanne innerhalb des MPP-Bereichs 7–20 8–21

Zusätzlich gilt die Gesamtgrenze des Geräts: Der STP 12-50 erlaubt 18.000 Wp. Drei Strings à 20 AIKO-Modulen wären 30.000 Wp – deutlich zu viel. Die Stringlänge sagt also nicht, wie viele Strings du anschließen darfst.

Andere Wechselrichter, Standorte oder Module ergeben andere Zahlen. Übertrage die Ergebnisse nicht – rechne mit deinen Datenblättern neu oder lass die Planungssoftware des Wechselrichterherstellers rechnen.

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Häufige Fragen

Wie viele Module passen maximal in einen String?
So viele, dass die Leerlaufspannung bei der tiefsten Standorttemperatur unter der maximalen Eingangsspannung des Wechselrichters bleibt – mit Reserve. Im Beispiel an 1000 V bei −20 °C: 21 AIKO- bzw. 23 Trina-Module. Für den MPP-Bereich sind es weniger (20 bzw. 21).

Wie viele Module braucht ein String mindestens?
So viele, dass die MPP-Spannung auch an heißen Tagen über der unteren MPP-Grenze bleibt. Im Beispiel (210 V): 7 AIKO- bzw. 8 Trina-Module.

Warum rechnet man mit −20 °C und nicht mit 25 °C?
Die Datenblattwerte gelten für 25 °C Zelltemperatur, bei Kälte steigt die Spannung. Maßgeblich ist die tiefste am Standort zu erwartende Temperatur – −20 °C ist ein verbreiteter Faustwert, nicht überall ausreichend.

Was passiert, wenn die Stringspannung zu hoch ist?
Über der maximalen Eingangsspannung kann der Wechselrichter Schaden nehmen. Deshalb wird abgerundet und mit Reserve geplant.

Kann ich zwei Strings an einen MPP-Tracker anschließen?
Nur wenn der Wechselrichter das erlaubt, beide Strings gleich aufgebaut und ausgerichtet sind und die Fachplanung den Kurzschlussstrom mit Zuschlägen geprüft hat.

Muss ich das selbst rechnen?
Nein. Die Auslegung macht deine Elektrofachkraft, meist mit der Planungssoftware des Wechselrichterherstellers. Mit dem Rechenweg kannst du ein Angebot nachvollziehen.


Quellen: AIKO Datenblatt Neostar 3P54 AIKO-A-MCE54Mw 470–500 W (202604_V1.1_EN); Trina Solar Datenblatt Vertex S+ TSM-NEG9RP.28Z 465–485 W (TSM_EN_2026_A); SMA Datenblatt Sunny Tripower X STPxx-50-DS-de-21; SMA Herstellererklärung MPP-Strom (HK_Max_MPP_Strom, 11.03.2023); Auslegungstemperatur: DIN VDE 0100-712, Faustwert −20 °C nach photovoltaik.info (Stand 29.05.2026). Werte Stand 05.10.2026 – Hersteller können Datenblätter ohne Ankündigung ändern.

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